Lilly & Pauline schauen fern. (Teil 7)
Ich verbrachte die ganze Nacht damit, diesen Plan zu entwickeln. Mir war klar, dass ich nur mit einer ausgeklügelten Taktik diesen Fellkörper aus dem Haus treiben konnte. Auf meine beiden menschlichen Mitbewohner konnte ich mich nicht verlassen. Die Teppichaktion zeigte keine Wirkung. Im Gegenteil. Beide sorgten sich regelrecht um den kleinen Dreckspatz. Nach der ersten Ekelreaktion fingen beide an, Lilly zu streicheln, hochzuheben und “uuhh“ und “aahhh“ zu rufen,um ihr dann den Bollen aus dem Hintern zu schneiden. Und am Ende bekam Lilly auch noch ein Leckerli. Ich habe es genau gesehen. Hallo? Das ist die verkehrte erzieherische Maßnahme! Mit mir sind die damals bei meinem Kleisterdebakel anders umgegangen. Ich erinnere mich noch genau.
Ich war keine drei Monate in diesem Haus. Da gab es natürlich eine Menge zu entdecken und zu erforschen. Ja, und ich gebe es zu, ich bin neugierig. Ich stecke auch gerne mal meine Nase dorthin, was mich eigentlich nichts angeht. Zumindest sagt das immer mein Kloreiniger. Der Tag fing nicht schlecht an. Aufstehen, Claim ablaufen, Türen und Fenster prüfen, Fressen, Klo, Schlafen und warten und überlegen. Während meiner Überlegungsphase beobachte ich schon eine ganze Weile, dass die Tür zur Werkstatt einen Spalt auf war. Und dieser Raum war mir bis jetzt immer verwehrt geblieben. “Das ist meine Chance“ dachte ich mir und schlich mich vom Wohnzimmer über die Terrasse zu der silbergrauen Stahltür. Es ist immer wieder ein erhabenes Gefühl, Neuland zu betreten. Ich war ziemlich aufgeregt. Vorsichtig blickte in die Türöffnung. Zu meinem Erstaunen stand mein Kloreiniger vor einer großen Kiste und räumte irgendwas dort hinein. Ich musste mich also vorsichtig bewegen, um bei meiner Entdeckungstour nicht gleich selbst entdeckt zu werden. Der Raum war hell erleuchtet. Überall standen wunderbare Dinge, die von mir untersucht werden wollten. Still und leise lief ich in den Raum rein...
(Fortsetzung folgt)



Kommentare
Kommentar veröffentlichen