Lilly & Pauline schauen fern. (Teil 6)


Es war schon später Abend als ich aufwachte. Aus dem Wohnzimmer hörte ich Stimmen. Mit leisen Schritten ging ich die Treppe herunter und stellte fest, dass die Stimmen aus dem Fernseher kamen. Meine beiden menschlichen Mitbewohner hatten es sich auf der Couch gemütlich gemacht. Sie bemerkten mich nicht. Ich setzte mich erstmal hin und überlegte, ob ich nun erst aufs Klo gehen müsste oder erst meine Futterstelle aufsuchen sollte. Während ich gedanklich dieses Thema abhandelte, schaute ich mich im Raum um. Ausser uns Dreien sah ich niemanden. Sollte es vielleicht doch nur ein böser Traum gewesen sein? Ich erhob mich und schlenderte gelangweilt in Richtung Küche zu meinem Fressnapf. Zu meiner Verwunderung standen neben meinen beiden Näpfen zwei Weitere. Und die waren sichtlich schon leergefuttert. Mehrere Brocken meiner heiß geliebten Lammmarinade lagen traurig verteilt um einer der Schüsseln. “Wer geht denn so mit seinem Essen um" fragte ich mich. Mir schwahnte Fürchterliches - es war scheinbar doch kein Traum.
Mir verging der Appetit. Ich drehte mich um und lief in Richtung Toilette. Als ich im Türrahmen stand, stockte mir der Atem. Da standen tatsächlich zwei Katzenklos nebeneinander. Auf dem Linken war über dem Eingang der Schriftzug “Pauline“ angebracht. Auf dem Anderen stand “Lilly. “Da will sich wohl jemand häuslich niederlassen“, dachte ich, “aber da wird nichts draus“. Ich lief zum Klo mit der Aufschrift “Pauline“. Ein seltsamer Geruch kam mir entgegen. Ich schaute durch die Öffnung und konnte es nicht glauben. Drinnen saß Lilly und war gerade im Begriff mit großen aufgerissenen Augen Ihr Geschäft in meinen Klo zu verrichten. Wieder trafen sich unserer Blicke. Ich stand wie angewurzelt da und stierte in mein Klo rein. In diesem Moment sprang Lilly mit einem riesigen Satz aus dem Klo heraus. Knapp schrammte sie an mir vorbei. Mit der rechten Vorderpfote landete sie auf einer der schwarzgrauen Fliessen und rutschte leicht zur Seite. Geschickt drehte sie sich in die andere Richtung und konnte so einen Sturz vermeiden. Allerdings musste sie durch diese Aktion ihr Hinterteil in die Höhe recken um das Gleichgewicht zu halten. Und das, was ich da an ihr sah, erfreute mich ungemein. Der hinterhältige Angriff auf mein kleines Heiligtum war abgewendet. Mein Klo blieb rein und sauber. Der ganze stinkende Haufen klebte an Lillys Hinterteil. Und dieses Hinterteil bewegte sich gerade in Richtung Wohnzimmer, um sich auf dem dort ausliegenden Sisalteppich Erleichterung zu verschaffen. Ich lief ihr hinterher und schmunzelte. Auf dem Hintern sitzend, schob sie sich vorwärts. Ein dunkler Strich zeichnete sich auf dem Teppich ab. Meine Dosenöffnerin bemerkte es als erstes. Der schrille Schrei und der darauf folgende Satz, “Lilly, du Ferkel“, begeisterte mich. “Die bringen das Felltier bestimmt bald wieder zurück“ schnurrte ich vor mich hin. Wenn ich nur geschickt vorgehen würde, dauert es nur wenige Tage, bis ich hier wieder Herrin im Haus bin. Ich zog mich zurück und entwickelte meinen Schlachtplan.

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